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Kampfsport, Kampfkunst oder Selbstverteidigung? Ein Text von: Boris Bankl ©2015 Was unterscheidet Kampfsport von einer Kampfkunst oder vom Begriff „Selbstverteidigung“? Der Begriff Kampfsport bezieht sich, wie der Name schon sagt, mehr auf die sportlich orientierte Seite des Kampfes. Hier geht es in erster Linie um Wettkampf orientierte Richtungen, bzw. um die sportliche Betätigung zum Zweck der Leistungssteigerung oder Verbesserung der persönlichen Fitness. Beispiele für Kampfsportarten sind: Judo, Taekwondo, Karate, Boxen, Thaiboxen, und auch das heute sehr beliebte MMA. Kampfsportarten sind nicht realitätsbezogen. Der Begriff Kampfkunst bezeichnet diejenigen Künste, die sich zum Ziel gesetzt haben, beispielsweise altertümliche Waffen oder schön anzusehende Formen zu beherrschen. Auch hier zeigt der Name „Kunst“ bereits, dass es sich um etwas künstlich entwickeltes handelt. Beispiele für Kampfkünste sind: Kung Fu, Taichi, Schwertkampfkünste und so weiter. Kampfkünste sind nicht realitätsbezogen. Hingegen bezeichnet der Begriff Selbstverteidigung die Fähigkeit, sich notfalls gegen tätliche Angriffe zur Wehr zu setzen. Insofern ist ein Selbstverteidigungstraining realitätsbezogen - oder sollte es zumindest sein! Die Übergänge zwischen Kampfsport, Kampfkunst und einem Konzept zur Selbstverteidigung sind natürlich fließend. Heute gibt es viele Stile, die Elemente aus mehreren Bereichen vereinen. Als Vorreiter der sogenannten „Gemischten Kampfkünste“ gilt das heutige MMA (Mixed Martial Arts). Hier wurden ursprünglich tatsächlich regellose Kämpfe ausgetragen, in denen jegliche Art von Technik oder Stil erlaubt war. Das hatte jedoch zur Folge, dass anfangs in diesen Kämpfen Menschen starben. Es war eine moderne Form der Gladiatorenkämpfe. Aus diesem Grund hat man inzwischen auch in diese Kämpfe wieder Regeln eingeführt. Insofern ist das MMA heute eine sportliche Form, ein Wettkampf, bei dem physisch hoch trainierte Kämpfer gegeneinander antreten. Es ist zwar immer noch eine Vielzahl an Techniken erlaubt, aber eben solche Techniken, die das Gegenüber ernsthaft schädigen, wurden aus dieser Art des Kampfes herausgenommen. Insofern lässt sich sagen, dass sowohl Kampfsportarten, als auch die meisten Kampfkünste nicht direkt zur Selbstverteidigung geeignet sind. Ein speziell auf Selbstverteidigung ausgelegtes Konzept oder System sollte nicht durch Regeln oder Verbote eingeschränkt werden, zumal bereits das Gesetz bestimmte Einschränkungen einer Notwehrhandlung gebietet. Somit ist jeder, der sich darin übt, sich gegen einen realen Angriff zur Wehr zu setzen, in einem „Trilemma“ gefangen! Er ist an gesetzliche Vorgaben gebunden (das Gesetz schreibt beispielsweise eine Verhältnismäßigkeit der eingesetzten Mittel vor, was unter Stress oft nur schwer gewährleistet ist), gleichzeitig seiner eigenen Moral, sozusagen seinem inneren Wertesystem, unterworfen („ich will doch niemanden verletzten“) und letztlich der Effektivität verschrieben, die darüber entscheidet, ob eine Verteidigung erfolgreich ist oder nicht. In der Realität sieht es leider meistens so aus, dass sich in einer ernsthaften Verteidigungssituation schwächere Personen gegen einen stärkeren Angreifer zur Wehr setzen müssen. Diese körperliche Unterlegenheit muss durch wirkungsvolle Techniken ausgeglichen werden, um überhaupt eine Chance haben zu können (Effektivität). Diese Techniken führen jedoch oft zu Verletzungen des Angreifers, können ihn im schlimmsten Fall sogar töten (Moral). Da in einer lebensbedrohlichen Situation oft der Verstand ausgeschaltet wird und das Unterbewusstsein reagiert, ist es wichtig, dass das Konzept zur Selbstverteidigung, das trainiert wird, mehrere Reaktionsstufen schult (Gesetz). Beispielsweise sollte die erste Regel sein, dass eine Auseinandersetzung vermieden wird. An zweiter Stelle steht die sogenannte Deeskalation, also der Versuch, einem Angriff mit Worten und Gesten zu begegnen, um den Angreifer von seinem körperlichen Angriff abzubringen. Die tatsächliche körperliche Selbstverteidigung sollte immer die letzte Wahl sein. Damit diese Reaktionsstufen bei einem reellen Angriff automatisch „abgerufen“ werden können, sollte auch im Training ein gewisses Stresslevel erreicht werden und einfache Reaktionsmuster durch ständige Wiederholung so eingeschliffen werden, dass sie abgerufen werden können, ohne dass erneut darüber nachgedacht werden muss. Wer nach einem solchen Konzept trainiert, und nach diesem Stufenplan vorgeht, ist sowohl gesetzlich als auch moralisch und im Hinblick auf die Effektivität seines Handelns auf der sicheren Seite. Je länger eine Person trainiert, desto vielfältiger sollte das Training werden, damit der trainierende auf möglichst viele unterschiedliche Situationen vorbereitet wird. Somit können sich im Laufe der Zeit Kampfsport, das Training einer Kampfkunst sowie das Üben wirkungsvoller Selbstverteidigung gegenseitig ergänzen und bereichern. Jeder, der überlegt, ein kampforientiertes Training zu beginnen, sollte sich immer überlegen, welche Zielsetzung er hat! Mögliche Fragen sind: - möchte ich fit werden und meine körperliche Leistungsfähigkeit steigern? - möchte ich an Wettkämpfen teilnehmen? - möchte ich meditative und gesundheitsorientierte Bewegungen lernen? - möchte ich schön aussehende Bewegungsformen lernen? - möchte ich lernen, mit (altertümlichen) Waffen umzugehen? - möchte ich von Anfang an lernen, mich wirkungsvoll gegen einen realen und ernsthaften Angriff zur Wehr zu setzen? Weitere, die Entscheidung beeinflussende Faktoren, können sein: - fühle ich mich in der Gruppe wohl? - ist mir der Trainer oder Lehrer sympathisch? - macht mir die Art des Trainings Spaß? - wird auf meine körperliche Voraussetzung und Individualität Rücksicht genommen? - ist das Training so ausgelegt, dass es mich möglichst gesund erhält oder macht es mich auf Dauer kaputt? Ein weiterer allgemeiner Ratschlag ist: Schau dir unterschiedliche Trainings und Gruppen an, mache mehrmals Probetraining mit und fühle in dich hinein, ob dir das Angebot zusagt. Ob du dich in einer Gruppe wohl fühlst, kannst du meistens schon nach ein oder zwei Einheiten entscheiden. Ob das Training inhaltlich das richtige für dich ist, solltest du durch geeignete Fragen im Vorfeld abklären und/oder gegebenenfalls mehrmals ein Probetraining mit machen. Leider haben viele zwar Interesse, ein Training dieser Art zu beginnen, gleichzeitig aber oft auch die Scheu, sich überhaupt einen solchen Unterricht anzusehen, geschweige denn, mitzumachen. Von daher gebe ich an dieser Stelle einen wohlgemeinten Ratschlag: trau dich einfach, dir verschiedene Schulen und Trainingsformen anzuschauen, gegebenenfalls auch mit zu trainieren, du wirst sehr schnell merken, dass es sehr auf den Lehrer und seinen Unterricht ankommt. Und dann, trainierte dort, wo es dir am besten gefällt und du dich wohl fühlst! Und bitte denke immer daran, dass solch eine Form des Trainings am besten über mehrere Jahre geübt wird, sinnvollerweise lebenslang, damit die besten Ergebnisse erzielt werden können, ganz nach dem Motto: „Trainiere es oder verliere es!“ Egal ob Kampfsport, Kampfkunst oder Selbstverteidigungstraining. Nichts davon lässt sich in ein paar wenigen Stunden erlernen. Noch ein weiser Spruch zum Abschluss: „Es gibt einen Unterschied zwischen Kennen und Können! Das Geheimnis ist: Übung!“ Wie auch immer du dich entscheidest: Viel Spaß beim Training!!!
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Kampfsport, Kampfkunst oder Selbstverteidigung? Ein Text von: Boris Bankl ©2015 Was unterscheidet Kampfsport von einer Kampfkunst oder vom Begriff „Selbstverteidigung“? Der Begriff Kampfsport bezieht sich, wie der Name schon sagt, mehr auf die sportlich orientierte Seite des Kampfes. Hier geht es in erster Linie um Wettkampf orientierte Richtungen, bzw. um die sportliche Betätigung zum Zweck der Leistungssteigerung oder Verbesserung der persönlichen Fitness. Beispiele für Kampfsportarten sind: Judo, Taekwondo, Karate, Boxen, Thaiboxen, und auch das heute sehr beliebte MMA. Kampfsportarten sind nicht realitätsbezogen. Der Begriff Kampfkunst bezeichnet diejenigen Künste, die sich zum Ziel gesetzt haben, beispielsweise altertümliche Waffen oder schön anzusehende Formen zu beherrschen. Auch hier zeigt der Name „Kunst“ bereits, dass es sich um etwas künstlich entwickeltes handelt. Beispiele für Kampfkünste sind: Kung Fu, Taichi, Schwertkampfkünste und so weiter. Kampfkünste sind nicht realitätsbezogen. Hingegen bezeichnet der Begriff Selbstverteidigung die Fähigkeit, sich notfalls gegen tätliche Angriffe zur Wehr zu setzen. Insofern ist ein Selbstverteidigungstraining realitätsbezogen - oder sollte es zumindest sein! Die Übergänge zwischen Kampfsport, Kampfkunst und einem Konzept zur Selbstverteidigung sind natürlich fließend. Heute gibt es viele Stile, die Elemente aus mehreren Bereichen vereinen. Als Vorreiter der sogenannten „Gemischten Kampfkünste“ gilt das heutige MMA (Mixed Martial Arts). Hier wurden ursprünglich tatsächlich regellose Kämpfe ausgetragen, in denen jegliche Art von Technik oder Stil erlaubt war. Das hatte jedoch zur Folge, dass anfangs in diesen Kämpfen Menschen starben. Es war eine moderne Form der Gladiatorenkämpfe. Aus diesem Grund hat man inzwischen auch in diese Kämpfe wieder Regeln eingeführt. Insofern ist das MMA heute eine sportliche Form, ein Wettkampf, bei dem physisch hoch trainierte Kämpfer gegeneinander antreten. Es ist zwar immer noch eine Vielzahl an Techniken erlaubt, aber eben solche Techniken, die das Gegenüber ernsthaft schädigen, wurden aus dieser Art des Kampfes herausgenommen. Insofern lässt sich sagen, dass sowohl Kampfsportarten, als auch die meisten Kampfkünste nicht direkt zur Selbstverteidigung geeignet sind. Ein speziell auf Selbstverteidigung ausgelegtes Konzept oder System sollte nicht durch Regeln oder Verbote eingeschränkt werden, zumal bereits das Gesetz bestimmte Einschränkungen einer Notwehrhandlung gebietet. Somit ist jeder, der sich darin übt, sich gegen einen realen Angriff zur Wehr zu setzen, in einem „Trilemma“ gefangen! Er ist an gesetzliche Vorgaben gebunden (das Gesetz schreibt beispielsweise eine Verhältnismäßigkeit der eingesetzten Mittel vor, was unter Stress oft nur schwer gewährleistet ist), gleichzeitig seiner eigenen Moral, sozusagen seinem inneren Wertesystem, unterworfen („ich will doch niemanden verletzten“) und letztlich der Effektivität verschrieben, die darüber entscheidet, ob eine Verteidigung erfolgreich ist oder nicht. In der Realität sieht es leider meistens so aus, dass sich in einer ernsthaften Verteidigungssituation schwächere Personen gegen einen stärkeren Angreifer zur Wehr setzen müssen. Diese körperliche Unterlegenheit muss durch wirkungsvolle Techniken ausgeglichen werden, um überhaupt eine Chance haben zu können (Effektivität). Diese Techniken führen jedoch oft zu Verletzungen des Angreifers, können ihn im schlimmsten Fall sogar töten (Moral). Da in einer lebensbedrohlichen Situation oft der Verstand ausgeschaltet wird und das Unterbewusstsein reagiert, ist es wichtig, dass das Konzept zur Selbstverteidigung, das trainiert wird, mehrere Reaktionsstufen schult (Gesetz). Beispielsweise sollte die erste Regel sein, dass eine Auseinandersetzung vermieden wird. An zweiter Stelle steht die sogenannte Deeskalation, also der Versuch, einem Angriff mit Worten und Gesten zu begegnen, um den Angreifer von seinem körperlichen Angriff abzubringen. Die tatsächliche körperliche Selbstverteidigung sollte immer die letzte Wahl sein. Damit diese Reaktionsstufen bei einem reellen Angriff automatisch „abgerufen“ werden können, sollte auch im Training ein gewisses Stresslevel erreicht werden und einfache Reaktionsmuster durch ständige Wiederholung so eingeschliffen werden, dass sie abgerufen werden können, ohne dass erneut darüber nachgedacht werden muss. Wer nach einem solchen Konzept trainiert, und nach diesem Stufenplan vorgeht, ist sowohl gesetzlich als auch moralisch und im Hinblick auf die Effektivität seines Handelns auf der sicheren Seite. Je länger eine Person trainiert, desto vielfältiger sollte das Training werden, damit der trainierende auf möglichst viele unterschiedliche Situationen vorbereitet wird. Somit können sich im Laufe der Zeit Kampfsport, das Training einer Kampfkunst sowie das Üben wirkungsvoller Selbstverteidigung gegenseitig ergänzen und bereichern. Jeder, der überlegt, ein kampforientiertes Training zu beginnen, sollte sich immer überlegen, welche Zielsetzung er hat! Mögliche Fragen sind: - möchte ich fit werden und meine körperliche Leistungsfähigkeit steigern? - möchte ich an Wettkämpfen teilnehmen? - möchte ich meditative und gesundheitsorientierte Bewegungen lernen? - möchte ich schön aussehende Bewegungsformen lernen? - möchte ich lernen, mit (altertümlichen) Waffen umzugehen? - möchte ich von Anfang an lernen, mich wirkungsvoll gegen einen realen und ernsthaften Angriff zur Wehr zu setzen? Weitere, die Entscheidung beeinflussende Faktoren, können sein: - fühle ich mich in der Gruppe wohl? - ist mir der Trainer oder Lehrer sympathisch? - macht mir die Art des Trainings Spaß? - wird auf meine körperliche Voraussetzung und Individualität Rücksicht genommen? - ist das Training so ausgelegt, dass es mich möglichst gesund erhält oder macht es mich auf Dauer kaputt? Ein weiterer allgemeiner Ratschlag ist: Schau dir unterschiedliche Trainings und Gruppen an, mache mehrmals Probetraining mit und fühle in dich hinein, ob dir das Angebot zusagt. Ob du dich in einer Gruppe wohl fühlst, kannst du meistens schon nach ein oder zwei Einheiten entscheiden. Ob das Training inhaltlich das richtige für dich ist, solltest du durch geeignete Fragen im Vorfeld abklären und/oder gegebenenfalls mehrmals ein Probetraining mit machen. Leider haben viele zwar Interesse, ein Training dieser Art zu beginnen, gleichzeitig aber oft auch die Scheu, sich überhaupt einen solchen Unterricht anzusehen, geschweige denn, mitzumachen. Von daher gebe ich an dieser Stelle einen wohlgemeinten Ratschlag: trau dich einfach, dir verschiedene Schulen und Trainingsformen anzuschauen, gegebenenfalls auch mit zu trainieren, du wirst sehr schnell merken, dass es sehr auf den Lehrer und seinen Unterricht ankommt. Und dann, trainierte dort, wo es dir am besten gefällt und du dich wohl fühlst! Und bitte denke immer daran, dass solch eine Form des Trainings am besten über mehrere Jahre geübt wird, sinnvollerweise lebenslang, damit die besten Ergebnisse erzielt werden können, ganz nach dem Motto: „Trainiere es oder verliere es!“ Egal ob Kampfsport, Kampfkunst oder Selbstverteidigungstraining. Nichts davon lässt sich in ein paar wenigen Stunden erlernen. Noch ein weiser Spruch zum Abschluss: „Es gibt einen Unterschied zwischen Kennen und Können! Das Geheimnis ist: Übung!“ Wie auch immer du dich entscheidest: Viel Spaß beim Training!!!
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